Unsere Herbstferien-Lektüre

(unbezahlte Werbung) So bunt wie die Blätter im Herbst sind die Bücher, die ich euch heute ans Herz legen möchte. Alle sind ferientauglich, eignen sich aber auch bestens als kleine Auszeit vom Alltag.

© Biber & Butzemann

“Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat”*

Meine Jungs und ich lieben Marc-Uwe Kling und sein anarchistisches Känguru. Die Jungs verstehen zwar vermutlich nur die Hälfte, aber sie fanden zumindest die “Känguru-Chroniken” und das “Känguru-Manifest” trotzdem irre witzig. Bei den beiden Folgebänden war dann selbst der Große raus – zu politisch, zu kompliziert, zu erwachsen. Umso schöner, dass die Jungs jetzt ein eigenes, absolut kindertaugliches Buch des Berliner Autors haben.

“Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat”* ist ebenso wie die Känguru-Bücher voller Humor auf den unterschiedlichsten Ebenen, sodass sich die ganze Familie (mit Kindern ab 6) darüber amüsieren kann.

Totalausfall mit Folgen

Die Geschwister Tiffany (Kita-Kind), Max (präpubertär) und Luisa (Teenager) verbringen einen Ferientag bei den Großeltern. Plötzlich geht das Internet nicht mehr, und Oma ist felsenfest davon überzeugt, dass sie – “Klick, klick” – dafür verantwortlich ist. Das glaubt ihr zwar zunächst niemand, aber das Internet ist tatsächlich futsch, und zwar auf der ganzen Welt.

© Biber & Butzemann

Das bleibt nicht ohne Folgen. Oma fährt den Rechner runter, Opa schaltet den Fernseher aus, Max legt das Handy weg, Luisa kommt aus ihrem Zimmer. Dann strandet der jugendliche Pizzabote bei ihnen, weil er ohne Navi nicht weiterkommt. Mama und Papa kommen früher von der Arbeit nach Hause – geht ja nix mehr.

Nachdem dem ersten Schock und der Frage “Was sollen wir jetzt nur machen?!” entwickeln sich interessante Gespräche und Spiele, es wird musiziert, getanzt und viel Pizza gegessen. Doch dann steht leider der Techniker vor der Tür, um das Internet wieder zu reparieren…

Witzig, klug und inspirierend

Ein witziges, kluges und inspirierendes Buch, das jede Familie gemeinsam (!) gelesen haben sollte! Bitte mehr Kinderbücher von Marc-Uwe Kling, lieber Carlsen Verlag. Die Illustrationen von Astrid Henn sind zwar nicht ganz mein Geschmack, passen aber gut. (62 Seiten, 12 Euro)

“Poldi und Partner: Alpaka ahoi!”*

Alpakas gehören zu meinen absoluten Lieblingstieren, also ist das erste Buch von Alice Pantermüller bei uns eingezogen. Die Mädchen-Mamas kennen sie als Autorin von “Mein Lotta-Leben”, aber das ist nichts für meine Jungs und mich. Mit witzigen Tiergeschichten kann man uns dagegen immer begeistern. Und das ist mit diesem Buch gelungen.

Im dritten Band der Reihe “Poldi und Partner”* schmuggelt sich die tierische Clique um Hamster Poldi in den Autoanhänger, um ein Abenteuer zu erleben. Ihr menschlicher Freund Tommi möchte ein paar aus einem Zirkus gerettete Tiere vom Hafen abholen. Das wollen sich Hamster, Hund und Katze, Affe und Waschbär, Schildkröte und Papagei natürlich nicht entgehen lassen.

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Mit “Carrramba” in die Südsee

Doch der Ausflug entwickelt sich zu einer echten Odyssey. Alpaka Orlando will unbedingt nach Hause, nach Südamerika – “Carrramba!”. Und plötzlich treibt ein Schiff voller Tiere aufs Meer hinaus. Ohne Plan, wo dieses Südamerika eigentlich liebt, schippern sie durch die Nordsee und erleben ein Abenteuer nach dem anderen.

Für die kleinen Leser und großen Vorleser ist das spannend und witzig zugleich. Die tierischen Charaktere haben alle ihre kleinen Besonderheiten. Mir hat es viel Spaß gemacht, die Tiere mit verschiedenen Stimmen zu lesen, besonders die italienisch fluchtende Harpyie und den spanischen Akzent des Alpakas. Erschienen ist das Buch (152 Seiten, reich und sehr süß bebildert) für 12 Euro im Arena Verlag.

© Biber & Butzemann

Kannawoniwarsein*

Ein Roadmovie für Kinder – na gut, eher ein “Readmovie” – ist das erste Kinderbuch von Krimi-Drehbuchautor Martin Muser. Viel Bullerbü, aber auch reichlich Action und Abenteuer erleben seine Helden Finn und Jola im sommerlichen Brandenburg.

Alles beginnt damit, das Finn – der als Scheidungskind zwischen der Mama in Berlin und dem Papa im Nordwesten Brandenburgs pendelt – zum ersten Mal allein mit dem Zug nach Berlin fahren darf. Papa setzt ihn in den Regionalexpress, Mama soll ihn am Hauptbahnhof abholen. Doch dort kommt Fynn nie an, denn ein zwielichtiger Typ klaut ihm den Rucksack samt Fahrkarte und Handy und der fiese Schaffner übergibt ihn als Schwarzfahrer in Oranienburg der Polizei.

Die beiden Beamten wirken jedoch eher nicht wie “dein Freund und Helfer” und stoßen dann auch noch an einer Ampel mit Lieferwagen zusammen. Am Unfallort trifft Finn auf die toughe, gleichaltrige Jola, die ihm als bessere Option erscheint, zum Berliner Hauptbahnhof zu kommen.

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48 Stunden für die Ewigkeit

Doch das erweist sich als schwieriger als gedacht. Auf ihrer Reise treffen Finn und Jola auf allerhand schräge Gestalten und legen sich sogar mit einer Rocker-Bande an. Zarte Bande entstehen und diese 48 Stunden in Brandenburg werden das Leben beider Kinder verändern. Wie, das erfahren wir hoffentlich bald in der Fortsetzung.

Meine Söhne und ich fanden das Buch gleichermaßen spannend und witzig, auch wenn anschließend ein Gespräch darüber anstand, wie man sich als Kind in einer solchen Situation eigentlich verhalten sollte, um sicher nach Hause zu kommen. Aber das würde natürlich wenig Stoff für eine Abenteuergeschichte bieten. 😉

Das Buch (176 Seiten) ist für 12 Euro beim Carlsen Verlag erschienen. Einziges Manko: Es gibt keine Illustrationen, obwohl das für die Zielgruppe (ab 8 Jahre) durchaus noch angemessen wäre.

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