“Malalas magischer Stift”: Kinder an die Macht

Malala Yousafzai, die jüngste Friedensnobelpreisträgerin aller Zeiten, erzählt ihre Geschichte in einem wunderschönen Kinderbuch*. Ein guter Anlass, darüber nachzudenken, was Kinder bewirken können – und wie wir sie dabei unterstützen. (Aufgrund der Verlinkungen kennzeichne ich diesen Artikel als unbezahlte Werbung/Rezensionsexemplar.)

© Biber & Butzemann

Malala ist ein kleines Mädchen mit großen Träumen. Ihr größter Wunsch ist ein magischer Stift, mit dem sie die Welt schöner und besser machen kann. Sie möchte Krieg, Armut und Hunger ausradieren und dafür sorgen, dass jedes Kind zur Schule gehen und später das werden darf, was es möchte. In ihrer Heimat Pakistian ist das leider nicht selbstverständlich, vor allem für Mädchen. Malalas Vater, einem Schuldirektor, ist ihre Bildung jedoch sehr wichtig und Malala liebt den Unterricht.

Doch dann ergreifen die Taliban die Macht in ihrem Tal und verbieten allen Mädchen, zur Schule zu gehen. Malala wehrt sich. Sie besucht weiter den Unterricht und greift zum Stift. Der ist zwar nicht magisch, aber die Worte der 11-jährigen zeigen trotzdem eine enorme Wirkung. Bald lesen Menschen auf der ganzen Welt Malalas Artikel und Blogbeiträge oder hören ihre Reden. Die Taliban versuchen, sie zum Schweigen zu bringen, aber es gelingt ihnen nicht.

Malalas Familie flieht nach England, und auch hier spricht das Mädchen für all die, die auf dieser Welt keine Stimme haben. Mit 16 Jahren erhält sie als jüngste Preisträgerin aller Zeiten den Friedensnobelpreis. Heute ist sie 20 und Friedensbotschafterin der UNO.

© Biber & Butzemann

Kinder, die ihre Stimme erheben, um die Welt zu verändern

Das Kinderbuch “Malalas magischer Stift”* erzählt diese dramatische Geschichte so achtsam und kindgerecht, sodass sie bereits für Vorschüler geeignet ist. Die schönen Zeichnungen von Kerascoët, einem preisgekrönten französischen Künstlerehepaar, illustrieren die Geschichte stimmungsvoll. Ein rundum gelungenes Buch aus dem Nord-Süd-Verlag, das meinen Kindern gut gefallen und mich sehr zum Nachdenken gebracht hat.

In den vergangenen Wochen haben ich immer wieder überlegt, welche Stimme Kinder wirklich haben, und welche Macht, die Welt zu verändern. Ich musste an den Niederländer Boyan Slat denken, der mit 16 Jahren ein System entwickelt hat, unsere verseuchten Ozeane vom Kunststoffmüll zu befreien. Die Plastikteppiche in den Meeren der Welt sind mittlerweile so groß wie Kontinente. Schon bald wird es in den Ozeanen mehr Plastik als Fische geben. Im Nordpazifik schwimmen bereits sechmal so viele Plastikteilchen wie Plankton. Boyan Slat möchte mit seinem Ocean Cleanup-Projekt bis 2050 die Meere vollständig von Plastik befreien – eine Initiative, für die ich in diesem Jahr definitiv spenden werde.

Ende Februar durfte ich mir als Journalistin den “Jugend forscht”-Regionalwettbewerb Berlin-Nord ansehen. Auch hier traf ich Schüler mit Visionen und Engagement. Besonders beeindruckt haben mich zwei Zehntklässler, die untersucht haben, welche Wirkung Mikroplastik auf Pflanzen hat. Ich sage euch, das Ergebnis hat mich zutiefst erschreckt, und mir kommt kein Kosmetikartikel mehr ins Haus, der Mikroplastik als billigen Füllstoff enthält.

© Erwin Zwart, The Ocean Cleanup

Was junge Weltverbesserer gemeinsam haben

Wir brauchen dringend junge Leute, die die Probleme der Welt sehen, und statt den Kopf in den Sand zu stecken, nach Lösungen suchen. Schüler, die ihre Stimme erheben und ihre Macht nutzen.

Ich wage zu behaupten, dass Malala, Boyan Slat und all die Jugendlichen, die im Rahmen von “Jugend forscht” an innovativen Projekten, die die Welt ein Stück besser machen sollen, arbeiten, etwas gemeinsam haben. Mit großer Wahrscheinlichkeit haben sie Eltern, denen nicht nur die Schulbildung ihrer Kinder wichtig ist, sondern auch die Herzensbildung. Sie haben ihren Kindern vorgelebt, nicht wegzusehen, sondern zu handeln. Sie haben ihnen zugehört und sie ermutigt.

Jedes Kind und jede Familie hat die Möglichkeit, etwas beizutragen. Die Möglichkeiten dafür sind vielfältig und es sind Kleinigkeiten, die Großes bewirken, wenn viele mitmachen. Einige Vorschläge zum Thema Meeresschutz hat der WWF hier zusammengestellt.

Ein paar Ideen aus unserem Familienalltag

Nachdem meine Söhne im Kinderfernsehen eine Reportage über Massentierhaltung gesehen haben, haben sie ihren Fleisch- und Wurstkonsum deutlich reduziert und bestehen darauf, nur noch Biofleisch zu essen. Das unterstütze ich gern. Wir gehen häufig zusammen einkaufen, und meine Kinder wissen, worauf ich bei der Auswahl der Produkte achte und warum. Wenn wir in den Wald oder an den Strand gehen, habe ich eine Mülltüte und Plastikhandschuhe dabei, um Dinge, die nicht in die Natur gehören, einzusammeln. Auch meine Jungs helfen dabei gern mit, denn sie lieben Tiere und Pflanzen.

Zu Ostern bekommen die beiden ein erstes Robotik-Set, denn die Probleme unserer Welt können nicht mehr nur mit anderem Verhalten korrigiert werden – wir brauchen auch moderne Technik dazu und Nachwuchstalente, die sich damit auskennen. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Welt von kreativen Nerds mit großem Herzen gerettet wird, oder gar nicht.

Das sind nur ein paar Beispiele. Wie ihr das macht, bleibt natürlich komplett euch überlassen. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr in den Kommentaren weitere Ideen ergänzen würdet. Hauptsache, ihr gebt euren Kindern eine Stimme – die damit vielleicht die Macht, etwas zu verändern.

© Biber & Butzemann

Der Malwettbewerb “Mein magischer Stift”

Ich werde meine Jungs auf jeden Fall animieren, bei der Leseraktion “Mein magischer Stift” vom Nord-Süd-Verlag mitzumachen, bei dem Kinder aufgefordert sind, auf einem A4-Blatt festzuhalten, was sie mit einem magischen Stift alles zeichnen würden. Die eingescannnten oder fotografierten Bilder können bis zum 30. Juli 2018 an presse@nordsued.com geschickt werden.

Als Dankeschön bekommen alle Teilnehmer ihren eigenen “magischen”, goldenen Stift zugeschickt. Alle Zeichnungen werden im Herbst 2018 an Malala übergeben. Eine schöne Aktion, finde ich, die Kinder dazu animiert, darüber nachzudenken, in was für einer Welt sie leben möchten. Hoffentlich werden ihre Träume eines Tages Wirklichkeit.

Eine Leseprobe zu “Malalas magischer Stift“* findet ihr hier.

© Biber & Butzemann

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