Hochsensibel: Lesetipps für zartbesaitete Kinder

(unbezahlte Werbung) Immer mehr Eltern wird bewusst: Mein Kind ist hochsensibel oder auch gefühlsstark. Aber wie hilft man der Tochter oder dem Sohn, mit diesem besonderen Temperament umzugehen? Der festland Verlag – ein Fachverlag für Hochsensibilität – hat drei Bücher für hochsensible und gefühlstarke Kinder im Grundschulalter im Programm. Eine meiner besten Freundinnen, Mutter zweier entsprechender Töchter, und ich, Mutter zweier entsprechender Söhne, haben die Bücher gemeinsam getestet.

„Philipp zähmt den Grübelgeier“*

Der neunjährige Philipp kann abends schwer einschlafen. Zu viele Sachen geistern durch seinen Kopf. Wen lade ich zu meinem Geburtstag ein? – obwohl der erst in vier Monaten stattfindet… Fahre ich mit zur Klassenfahrt oder bleibe ich lieber in meinen sicheren Gefilden?

Auch der „Weltkanal“ kommt sicher vielen Eltern hochsensibler Kinder bekannt vor. Alle Nöte dieser Erde, sogar die Berichte in den Kindernachrichten hallen noch lange nach. Ein schadenfrohes Auslachen in der S-Bahn verursacht – auch ohne selbst betroffen zu sein – Stress und „Grübeleien“. Im Buch lernt Philipp mit Hilfe seines Freundes Patrick, sich vor anderen zu behaupten. Der Grübelgeier nimmt nach und nach immer weniger Raum bei ihm ein.

Das Buch gibt viele Anstöße, die die Familien ausprobieren können. Nur die von Autorin Magdalene Hanke-Basfeld selbst gezeichneten Illustrationen gefallen uns nicht so gut, das ist aber in diesem Fall wirklich nebensächlich.

Absolut hilfreich für Eltern sind die auf der Website des festland-Verlags bereitgestellten, fundierten Ergänzungen. Das 17-seitige pdf enthält Hintergrundinformationen von Psychologen und Pädagogen zu jedem Kapitel. So wächst in den Bezugspersonen ein tieferes Verständnis für ihr hochsensibles Kind, das dabei hilft, die immer neuen Herausforderungen im Alltag mit solch besonderen Kindern zu bewältigen. Empfehlenswert! (144 Seiten, EURO 18,20)

© festland Verlag

„Wie Betty das Wut-Gewitter bändigt“*

Für gefühlsstarke hochsensible Kinder hat der festland-Verlag die „Betty“-Reihe im Programm. 2015 erschien der erste Band „Wie Betty das Wut-Gewitter bändigt“. Autorin Stefanie Kirschbaum ist Diplom-Psychologin und Mutter von zwei Kindern.

Betty ist 8 Jahre alt und heißt eigentlich Bettina. Sie wohnt mit ihren Eltern, ihrem Bruder Max und Hund Tommy in einem Vorort einer Norddeutschen Stadt. Den morgendlichen Weg in ihre Klasse 3b bestreitet sie allein. Der Schulweg führt vorbei an der Pferdekoppel von Pony Momo. Wir sind Betty auf diesem Weg gefolgt und haben die 10 Kapitel schnell verschlungen.

Stress durch Lärm, Streit und Ungerechtigkeiten

Seit der ersten Klasse empfindet Betty die Schule als laut, hat jedoch inzwischen eine gute Strategie entwickelt sich gegen diesen Lärm abzuschirmen. Trotzdem gibt es Tage, an denen einfach alles doof ist: Betty schmeckt ihr Pausenbrot nicht, weil der Käse stinkt. Nun hat sie allerdings Hunger und das Konzentrieren fällt ihr schwer. Als sie sich zusätzlich über Ungerechtigkeiten ihrer Lehrerin Frau Schuster ärgert, wird ihr wird ganz schwindelig. In ihrem Bauch braut sich das „Wutgewitter“ zusammen. Auch Zuhause – mit ihrem furchtbar lauten kleinen Bruder Max – und mit den Freundinnen gibt es Streit. Nur der neue Mitschüler Philipp scheint Betty zu verstehen.

Doch mit Hilfe ihrer Oma Trude lernt sie schließlich, mit der sich aufbäumenden Wut umzugehen. Ein tolles Buch für gefühlsstarke Mädchen und Jungen! (92 Seiten, EURO 16,90) Wie “Philipp zähmt den Grübelgeier” hat auch dieses Buch am Ende eine Übersicht zu den ungefähren Vorlesezeiten pro Kapitel. Praktisch!

© festland Verlag

„Wie Betty für Gerechtigkeit sorgt“*

Hochsensible und gefühlsstarke Kinder haben ein extrem ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl. Um dieses Thema dreht sich die 2017 erschienene „Betty“-Fortsetzung. Immer wieder werden die Themen Gemeinheit und Ungerechtigkeit gekonnt eingebaut.

Bettys Freund Phillipp wird zum Schulstart der vierten Klasse von Mitschülern, insbesondere von Kuno, ausgelacht und geärgert. Betty will sofort Partei ergreifen, aber Philipp hofft, dass es sich alleine klärt, und Betty muss ihm versprechen, sich nicht einzumischen.

Das fällt Betty ziemlich schwer. Das Pony Momo, an dem sie morgens und nachmittags auf dem Schulweg vorbeiläuft, ist ihr Vertrauter, ihm erzählt sie alle Neuigkeiten. Neben Momo und Hund Tommy bereichert nun auch die Katze Lucy, die Oma Trude aus dem Tierheim geholt hat, Bettys Leben.

© festland Verlag

Die Streitschlichter-Ausbildung

Das neue Schuljahr beschwert ihr sogar Reitstunden auf Momo. Außerdem nimmt Betty an der Streitschlichterausbildung an ihrer Grundschule teil. Schnell zeigt sich, wie schwierig es sein kann, sich als Streitschlichterin neutral verhalten zu müssen, als sie gegen den Philipps Willen die ihn ärgernden Jungs anschreit.

Wieder ist es Oma Trude, die eine Idee hat. Sie schlägt vor, dass Philipp sich Respekt bei seinen Mitschülern verschaffen sollte. Doch wie? Die klassischen Jungsthemen wie Fußball oder Computerspielen sind ihm unwichtig. Ein Zufall will es, dass Konos Hund eines Nachmittags auf dem Sportplatz von einem anderen Hund angegriffen wird. Philipp kann erste Hilfe leisten und kümmert sich liebevoll um das verletzte Tier. Betty und Philipp fahren sogar mit zum Tierarzt. Auch auf der Klassenfahrt kann Philipp seine Stärken zeigen. Lustigerweise führt diese nach Goslar, wo ich gerade mit meinen Jungs die Winterferien verbracht habe. Den passenden Buchtipp findet ihr hier*.

Die hochsensible Tochter meiner Freundin brachte übrigens mit dem Halbjahres-Zeugnis stolz ihre Streitschlichterurkunde mit nach Hause. Das Buch, in dem sich hinten die wichtigsten Streitschlichter-Regeln wiederfinden, war also absolut perfekt für sie.

Fazit: Das Einstehen für Gerechtigkeit und Fairness ist für alle wichtig – darum klare Leseempfehlung, nicht nur Kinder, die hochsensibel oder gefühlsstark sind. (116 Seiten, EURO 16,90)

Übrigens: Lesetipps für Eltern hochsensibler und gefühsstarker Kinder gibt es bald ebenfalls auf dem Blog!

© Biber & Butzemann
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Ein Kommentar auch kommentieren

  1. Carola sagt:

    Danke für diesen Anstoß. Ich werde mir Philipp zähmt den Grübelgeier mal anschauen. Ich hab hier auch so ein kleines Grübelkind zuhause.

    LG
    Carola

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