Urlaub mit Königskindern: Elbsandsteingebirge

Von Juliane Jacobsen

Ich hatte das Glück, an der Ostsee aufzuwachsen. Der Strand lag fast direkt vor unserer Haustür. Entsprechend zog es meine Eltern im Urlaub in die Berge, als Ausgleich sozusagen. Sehr oft waren wir dabei zu Gast im Elbsandsteingebirge – oder auch in der „Sächsischen Schweiz“, wie die Region liebevoll genannt wird. Und der Name trügt nicht – die schroffen, steilen Felsen geben einem das Gefühl, im Hochgebirge zu sein. Ich erinnere mich an viele Wanderungen, an Eisenbahnfahrten in Richtung tschechischer Grenze, an Burgbesuche, Dresden und vieles mehr. Und wie es so ist mit schönen Traditionen – man will sie an seine Kinder weitergeben.

© Juliane Jacobsen

Unser erstes Mal

Gerade mal drei Jahre alt war meine Jüngste damals, als ich meine Kinder schnappte und wir zusammen das erste Mal in die Urlaubsregion meiner Kindheit fuhren. Damals war ich noch fast mittellos und ich quälte meinen klapprigen, alten Polo über die Gebirgsstraßen. Auch meine Ausflugsziele waren so kostengünstig wie möglich – wir besuchten Bad Schandau und staunten über die Flutmarkierungen der Elbe und bewunderten die Ausstellung des Nationalparkhauses. Mit der historischen Straßenbahn ging es zum Lichtenhainer Wasserfall, der zum Vergnügen der Kinder mit einer „Klospülung“ ausgestattet ist. Auch heute noch wird dort alle halbe Stunde „am Strippchen gezogen“ und das Wasser rauscht hinunter.

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Tolle Familienmomente garantiert

Das kleine Städtchen Rathen, das man nur zu Fuß erreichen kann, bezauberte Kinder und Mama gleichermaßen. In einem späteren Urlaub entdeckten wir dort die Eisenbahnwelten – eine Miniaturlandschaft Sächsische Schweiz, die liebevoll aufgebaut und von zahlreichen Eisenbahnschienen durchzogen ist – und die Klangterrassen.

Von Rathen aus beginnt auch der Wanderweg hoch zur Bastei und der Felsenbühne, auf der alljährlich die berühmten Karl-May-Festspiele stattfinden. Der Aufstieg bis zur Bastei ist auch für Kinder gut zu schaffen und der anschließende Ausblick über die Elbbiegung lässt die Strapazen schnell vergessen. Zurück in Rathen darf man sich in einer der Eisdielen direkt an der Elbe noch ein Eis gönnen. Wenn man Glück hat, gibt es dazu einen dieser kleinen Plastiklöffel mit Namen, die ich aus meiner Kindheit noch kenne. Ein bisschen Nostalgie muss schließlich auch mal sein!

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Die Vergangenheit findet sich überall

Die Burgen, von denen die Region mehr als genug zu bieten hat, waren und sind für die Kinder ein absoluter Höhepunkt. Die riesige Festung Königstein mit ihren genialen Führungen und dem grandiosen Ausblick auf die Elbe und weiteren Tafelberge der Gegend, Burg Stolpen und der zauberhafte kleine Ort Stolpen dazu, die Albrechtsburg in Meißen, natürlich die „Aschenbrödelburg“ Schloss Moritzburg, Burg Hohenstein, Rabenstein und so weiter. Man hat keine Chance, überhaupt alles in einem Urlaub zu schaffen. Aber das ist nicht schlimm, denn wer einmal im Elbsandsteingebirge war, der will sowieso wieder dorthin. Meine Kinder liegen mir jedenfalls schon wieder sehr nachdrücklich in den Ohren …

© Juliane Jacobsen

Ganz besondere Ferien für kleine Prinzessinnen und Könige

Wer das Elbsandsteingebirge in den Herbstferien besucht, kann sich glücklich schätzen. Beim „Ferienspaß für Königskinder“ könnt ihr die Burgen der Region mal von einer ganz anderen Seite kennenlernen! Wer wollte nicht schon einmal mit einer Taschenlampe als Burggespenst herumgeistern? Oder wie Aschenbrödel und ihr Prinz gekleidet durch Schloss Moritzburg schweben? Die Kasematten kennenlernen und sich mit einem verzauberten Tisch nach Hogwarts versetzt fühlen in der Festung Königstein?

Wer weniger Lust auf Schlösser und Burgen hat, kann sich im Karl-May-Museum in Radebeul auf die Spuren der Indianer begeben. Fleißige Kletterer kommen bei der Besteigung des Lilienstein ebenso auf ihre Kosten wie im Labyrinth.

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Die Schätze von Dresden

Und wer nach dem ganzen Gekletter und Burgenbesichtigen doch eher Lust auf ein bisschen Kultur bekommen hat, macht einen Ausflug in die wunderschöne Residenzstadt Dresden. Zahlreiche Schätze sind dort zu bestaunen – ob im Grünen Gewölbe, der Türckischen Cammer oder im Münzkabinett, der Frauenkirche mit ihren pastelligen Malereien, dem Zwinger oder an den Brühl’schen Terrassen.

© Juliane Jacobsen

Dir triselt jetzt der Kopf und Du weißt gar nicht, wie Du Dir das alles merken, geschweige denn Dein Kind davon überzeugen kannst? Kein Problem – alles Wesentliche zum Elbsandsteingebirge und Dresden gibt es zum Mitnehmen und immer-wieder-lesen, und das auch noch in kindgerechter Form: im Kinderbuch „Abenteuer rund um Dresden und das Elbstandsteingebirge“*.

Welche Stelle im Elbsandsteingebirge gefällt Dir und Deiner Familie besonders gut? Wohin möchtest Du unbedingt noch fahren? Was sollten wir noch in unser nächstes Buch mit aufnehmen? Ich bin gespannt, welche Ecken wir noch kennenlernen sollten!

© Juliane Jacobsen

Juliane Jacobsen, Jahrgang 1975, lebt mit ihrer Großfamilie in der Nähe von Berlin. Die studierte Publizistin und Erziehungswissenschaftlerin arbeitet als freie Autorin und Elementare Musikpädagogin. Bereits in der Schule verfasste sie erste Geschichten und  Gedichte. In den vergangenen Jahren hat sie mehrere Kinderbücher veröffentlicht, darunter zwei Feriengeschichten bei Biber & Butzemann. Weitere sind in Arbeit. Ihre Leidenschaft ist es, Kindern die Welt näher zu bringen und sie für das Leben und das Lesen zu begeistern.  Mehr über Juliane und ihre Bücher erfährst du auf ihrem Blog.   

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